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Fidel Kreuzer, der erste Schriftführer des Vereins, schildert den Anfang so:
"Vor allem galt es, Straßen und Fusswege in gangbaren Zustand zu setzen, diese mit Bäumen zu bepflanzen wie auch schattige Verbindungswege zu den nahen Wäldern und in diesen selbst wieder ordentliche Pfade zu schaffen und Ruhebänke anzubringen. Der Verschönerungsverein hatte eine Riesenarbeit zu leisten, bis das einfache, um nicht zu sagen, rückständige Bauerndorf aus seiner Kahlheit heraus in den Kur- und Badeort umgemodelt war. Ein Haupthindernis bildete hierbei der konservative Geist der Anwesenbesitzer, die nur sehr schwer zu gewinnen waren, mit dem Althergebrachten zu brechen.
Die Geldmittel waren in Anbetracht der großen Aufgaben immer zu gering, obgleich einheimische und sonstige Förderer aus dem Kreis der Kurgäste ganz erheblich beisteuerten."
Seit der Ankunft von Sebastian Kneipp in Wörishofen im Jahre 1855 wirkte er nicht nur als Beichtvater im Kloster der Dominikanerinnen. Er war auch Lehrer und Erzieher an der Mädchen- und Knabenschule und begann Kranke mit seiner Wasserkur zu heilen. 1886 veröffentlichte er "Meine Wasserkur" und 1890 bereisten bereits 5.057 Kurgästen den Ort. Der Gemeinde Wörishofen erwuchsen durch das Anlaufen des Kurbetriebes viele neue, drängende Aufgaben.
Manche davon wurden zunächst außerhalb der direkten Zuständigkeit der Gemeindeverwaltung geregelt und übernommen. Wichtige Vereinsgründungen folgten rasch hintereinander. Von der ersten Vereinsgründung berichtet der "Führer durch Wörishofen" von 1890:
"Zur gemeinnützigen Verschönerung des Ortes, der Badeanstalten und der Umgebung von Wörishofen hat sich unter Herrn Pfarrer Kneipp als Ehrenvorstand am 15. Oktober 1889 ein Verschönerungsverein gebildet...
Es ist offenbar eine bedeutsame Angelegenheit, dass die Kurgäste einen möglichst angenehmen Aufenthalt finden und die bisher noch ziemlich primitiven Einrichtungen unseres Badedorfs allmählich zu einer Stufe gehoben werden, die der Bedeutung eines Kurortes entspricht, der bereits so viele Tausende von Besuchern jedes Jahr aufweist. Wir erwähnten bereits, das alles, was Wörishofen an Badeanstalten besitzt, lediglich dem Herrn Pfarrer verdankt wird, während es offenbar Sache derer wäre, die von diesen Einrichtungen den größten Nutzen haben, hierfür auch selbst einzutreten. Von diesem Gesichtspunkt aus ist der Verschönerungsverein entstanden, dessen Mitglied jeder werden kann, der sich bei der Vorstandschaft anmeldet, eine Mark Eintrittsgeld entrichtet und sich zu mindestens 20 Pfg. monatlichen Vereinsbeiträgen verpflichtet...
Der Verein hat bereits verschiedene hübsche Anlagen und Ruhebänke geschaffen, namentlich zwischen den Badehäusern und hinter dem Requisitenhaus, es fehlt ihm indessen an Mitteln, um seine segensreiche Wirksamkeit auszudehnen. Es sollte daher jeder Kurgast als Ehrensache betrachten, dem Verein beizutreten und so nach seinen Kräften dessen gemeinnützigen Aufgaben zu unterstützen. Da eine Kurtaxe wie in anderen Bädern nicht nur nicht existiert, sondern die Wasseranwendungen auch noch unentgeltlich verabfolgt werden, so ist die Aufforderung zu einer derartigen freiwilligen Selbstbesteuerung gewiss durchaus am Platze."
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